Positionen des SPD Ortsvereins zum Umspannwerk

Im Februar 2026 wurde die SPD Röttenbach - Mühlstetten von der Bürgerinitiative "Nein zum Umspannwerk" nach ihren Positionen gefragt. Lesen Sie hier die Fragen und Antworten.

Das geplante Umspannwerk des Vorhabenträgers TenneT spielt im aktuellen Kommunalwahlkampf bislang keine Rolle – ein Umstand, welcher bei der Bürgerinitiative Nein zum Umspannwerk in Röttenbach sowie vielen Bürgerinnen und Bürgern auf Unverständnis stößt. Da es sich um ein zentrales Zukunftsthema für Röttenbach handelt, will die Bürgerinitiative Transparenz schaffen und richtet einen Fragenkatalog an alle zur Kommunalwahl antretenden Parteien – verbunden mit der Erwartung klarer und nachvollziehbarer Positionierungen.

1.Welche klare Position vertritt Ihre Partei zum geplanten Umspannwerk?

Wir von der SPD:

  • verstehen die Sorgen der Betroffenen
  • begrüßen das bürgerschaftliche Engagement der Mitglieder der Bürgerinitiative „Nein zum Umspannwerk“ und ihren Beitrag zur Information und Sensibilisierung der Bürger.
  • erkennen die Notwendigkeit eines leistungsfähigen Stromnetzes inklusive Umspannwerke für eine sichere Stromversorgung an.
  • beteiligen uns aktiv und konstruktiv an einer Lösung, mit der alle Betroffenen leben können. Diese Lösung muss auch die Entwicklungsfähigkeit der Gemeinde und den Erhalt eines attraktiven Wohnumfelds sichern.
  • sind überzeugt, dass ein solcher Kompromiss möglich ist.

2. Was haben Sie bislang konkret unternommen, um die Interessen unserer Gemeinde gegenüber dem Vorhabenträger zu vertreten?

Die Mitglieder der SPD-Fraktion im Gemeinderat haben sich zur Rechtslage und zum Stand der Verfahren informiert und auf Basis dieser Informationen gemeinsam mit den Mitgliedern des SPD-Ortsvereins bewertet, wie die Interessen unserer Gemeinde am besten gewahrt werden können. Als Ergebnis bringen wir uns aktiv mit Vorschlägen zu alternativen Standorten, auch auf unserem Gemeindegebiet, ein, statt die Anlagen und Einrichtungen strikt abzulehnen. Als konstruktiver Gesprächspartner werden wir mit unseren Argumenten ernst genommen und gehört. Außerdem hat der Gemeinderat fraktionsübergreifend eine umfangreiche Stellungnahme zur Raumverträglichkeitsprüfung „Westbayernring“ erarbeitet.

3. Welche konkreten Schritte wird Ihre Partei unternehmen, um die Interessen der Bürgerinnen und Bürger von Röttenbach gegenüber TenneT in Zukunft zu schützen und durchzusetzen?

Wir werden uns weiterhin zusammen mit den Gemeinderäten der anderen Fraktionen für eine Lösung einsetzen, mit der alle Betroffenen leben können. Konkret bedeutet das, alles dafür zu tun, um ein Umspannwerk an den beiden von TenneT favorisierten Standorte in Mühlstetten und Unterbreitenlohe zu verhindern. Wir achten darauf, dass in den Verfahren keine Fristen versäumt werden und unsere Argumente zum richtigen Zeitpunkt wirkmächtig zu Gehör gebracht werden.

4. Sehen Sie das geplante Umspannwerk als Gefahr oder als Chance für die zukünftige Entwicklung der Gemeinde? Bitte erläutern Sie Ihre Einschätzung.

Das geplante Umspannwerk sehen wir als ernsthafte Gefahr für die Entwicklungsfähigkeit unserer flächenmäßig kleinen Gemeinde. Durch den Flächenverbrauch stellt das geplante Umspannwerk eine existenzielle Bedrohung für unsere Landwirte dar. Die Attraktivität der Gemeinde würde sinken. Wertvoller Naherholungsraum unserer Bürgerinnen und Bürger ginge verloren. Durch den Flächenverbrauch des geplanten Umspannwerks und die benötigten Stromtrassen hätten Mühlstetten, Niedermauk, Ober- und Unterbreitenlohe kaum noch Möglichkeiten zur Entwicklung (z.B. Ausweisen neuer Baugebiete). Die Standortwahl darf nicht allein nach technischen Anforderungen erfolgen sondern muss die Belange der Bürgerinnen und Bürger angemessen berücksichtigen.

5. Welche konkrete Alternative zu den derzeit geplanten Standorten des Umspannwerkes werden Sie aktiv verfolgen, und wie realistisch ist deren Umsetzung aus Ihrer Sicht?

Dadurch, dass im letzten Netzentwicklungsplan der Parallelneubau des Westbayernrings nicht mehr enthalten ist, kommen wieder Standorte nördlich der 380kV Leitung „Westbayernring“ (Leitung Altenheideck – Autohof – Niedermauk – Hügelmühle) in Frage. Die Gemeinde Georgensgmünd verfügt laut Aussage ihres Bürgermeisters über geeignete Flächen. Flächen, nördlich des Westbayernrings waren bisher ausgeschlossen, weil die ehemals geplante neue Stromleitung nicht gekreuzt werden durfte.
Außerdem gibt es eine unserer Meinung nach geeignete Fläche am Rande unseres Gemeindegebiets. Da sich diese Fläche nicht komplett auf Röttenbacher Gebiet befindet, ist wahrscheinlich eine Ausweitung des Suchraums auf eine weitere Gemeinde erforderlich. Wir halten diesen Standort für den mit der größten Umsetzungswahrscheinlichkeit.

11.02.2026
Richard Fleischer
Gemeinderat und 1. Vorsitzender SPD Ortsverein Röttenbach - Mühlstetten